1800er Jahre Argentinien: Der britische Schriftsteller William Henry Hudson besucht die Pampas und trifft auf Gauchos. Er dokumentiert ihre Ernährung mit entsetzter Faszination. "Der Gaucho isst nichts als Rindfleisch. Fleisch morgens, mittags und abends. Nie Brot, nie Gemüse, selten Salz." Hudson erwartet Unterernährung und Krankheiten. Er findet "Männer von außergewöhnlicher Ausdauer und Stärke, die in der Lage sind, 12-14 Stunden ohne Pause zu reiten und dann die ganze Nacht zu tanzen." Die Ernährung: Rindfleisch, Mate-Tee, gelegentlich gegrilltes Nierenfett (Delikatesse). Nichts anderes. Darwin besucht 1832-1833 und beobachtet das Leben der Gauchos: "Ich war überrascht über die Schwierigkeit, die Gauchos davon zu überzeugen, etwas anderes als Rindfleisch zu essen. Ich brachte Kekse mit und fand sie weggeworfen. Sie würden lieber hungern, als Brot zu essen, wenn morgen Rindfleisch verfügbar wäre." Typische Mahlzeiten: Morgens - Rindfleisch über dem Feuer geröstet, fettere Stücke. Nachmittags - gegrillte Rippen. Abends - wieder Rindfleisch, zähere Stücke, langsam gekocht. Null Gemüse. Null Getreide. Null Vielfalt. Nur Rindfleisch und Tee. Hudson dokumentiert die Ergebnisse: "Die Gauchos leiden nicht unter den Krankheiten, die für den zivilisierten Menschen üblich sind. Keine Verdauungsprobleme, keine Fettleibigkeit, keine Karies, die ich beobachten konnte. Ihre Zähne waren durchweg ausgezeichnet, obwohl sie sie nie putzten und nichts als Fleisch konsumierten. Physische Ausdauer, sodass sie tagelang mit minimaler Ruhe reiten konnten, kämpfen, wenn nötig, und ohne erkennbare Ermüdung wieder reiten konnten." Der französische Arzt Dr. Jules Crevaux, 1850er-1870er Jahre: "Diese Männer leben ausschließlich von tierischem Fleisch und scheinen gesünder zu sein als unsere europäischen Bauern, die eine abwechslungsreiche Ernährung aus Getreide und Gemüse haben." Auf die Frage, warum sie kein Brot oder Gemüse essen, lautet die gängige Antwort: "Das ist Futter für Pferde und Rinder. Wir essen Rinder." Sie verstanden Hierarchie. Rinder fressen Gras, wandeln es in Fleisch um. Menschen essen Fleisch. Das Essen dessen, was Rinder fressen, lässt dich wie Rinder agieren. Bis in die frühen 1900er Jahre hielten die traditionellen Gauchos an einer ausschließlich fleischbasierten Ernährung fest. Dann brachte die europäische Einwanderung den Weizenanbau. Die Gesundheitsveränderung wurde von argentinischen Ärzten dokumentiert. Traditionelle Gauchos: gesund bis ins hohe Alter. Urbanisierte ehemalige Gauchos mit europäischer Ernährung: Diabetes, Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Zahnverfall. Modernes Argentinien: 28% Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufigste Todesursache, Diabetes fast 10%. Die Gauchos, die nichts als Rindfleisch aßen, hatten keines dieser Probleme. Sie ritten täglich 12 Stunden bis in ihre 60er, hielten ihre Zähne ohne zahnärztliche Pflege und starben an Unfällen oder Alter, nicht an chronischen Krankheiten. ...