[Leitartikel] Die Anhörung im Parlament darf nicht von ‚Emotionen‘ die ‚Vernunft‘ lähmen lassen Kürzlich sorgte die Anhörung im Ausschuss für Wissenschaft, Technologie, Informations- und Kommunikationspolitik des Parlaments zu Coupang für Aufregung im Internet. Die Schwester des verstorbenen Mitarbeiters, der vermutlich an Überarbeitung gestorben ist, erschien als Zeugin und entblößte ihre Wut gegenüber einem Coupang-Manager, während sogar ein Abgeordneter, der Fragen stellte, Tränen in den Augen hatte. Der Schmerz der Hinterbliebenen, die ihre Familie verloren haben, ist eine Tragödie, die durch nichts getröstet werden kann. Doch der Punkt, den man nüchtern betrachten muss, ist, dass dies kein Trauerhaus, sondern ein ‚Parlamentsanhörungssaal‘ ist, in dem die Gesetze und Institutionen des Staates diskutiert werden. Die Äußerungen der Zeugin im Video gingen über tiefen Schmerz hinaus und verwischten die Essenz der Anhörung durch emotionale Erregung. „Ist es so schwer, sich zu entschuldigen?“, „Antworten Sie jetzt!“, „Die Kinder müssen leben!“ rief sie und forderte sofortige Entschädigung von den Unternehmensvertretern. Dies könnte eher als Versuch interpretiert werden, die öffentliche Meinung durch emotionale Appelle zu beeinflussen, als das Ziel der Anhörung, die Aufklärung des Sachverhalts. Die Anhörung sollte ein Raum der Vernunft sein, in dem die Schuld des Unternehmens auf der Grundlage von Recht und Beweisen geprüft wird und Verbesserungen für die Mängel im System erarbeitet werden. Doch die Anhörung an diesem Tag erinnerte an ein Volksgericht, das bereits ein ‚Gut-Böse-Schema‘ festgelegt hatte. Die Ansprüche der Hinterbliebenen wurden ohne Überprüfung sofort als ‚absolute Wahrheit‘ und ‚Fakt‘ akzeptiert, während die Versuche des Unternehmens, die Sachverhalte zu erklären oder rechtliche Verfahren zu erwähnen, als Ausreden eines ‚herzlosen, bösen Unternehmens‘ abgetan wurden. Besonders besorgniserregend ist, dass solche emotionalen Appelle die logische Überprüfung blockieren. Die Anerkennung von Arbeitsunfällen und die Frage der Entschädigung sollten nicht nach der Größe der Emotionen, sondern nach medizinischen Kausalitäten und rechtlichen Standards behandelt werden. Wenn derartige Forderungen, wie „Mein Familienmitglied ist bei harter Arbeit gestorben, also muss es unbedingt anerkannt werden und das Geld muss herausgegeben werden“, durch leistungsstarke Lautsprecher im Parlament ertönen, verliert die Diskussion über die Etablierung einer rationalen Arbeitsbeziehung und die Verbesserung der Systeme ihren Platz. Hierzu tragen auch die Haltungen der Abgeordneten bei. Der Vorsitzende zeigte sich weinend und tröstete die Hinterbliebenen. Dies könnte als menschliches Mitgefühl angesehen werden, doch als Leiter einer legislativen Institution sollte er die Mitte halten und die Positionen beider Seiten ausgleichen. Es stellt sich die Frage, ob er nicht der emotionalen Strömung gefolgt ist und seine Pflicht vernachlässigt hat. Dies könnte leicht als Populismus interpretiert werden, der die Wut der Öffentlichkeit ausnutzt, um Druck auf Unternehmen auszuüben. Trauer sollte kein Privileg werden, und Tränen können Beweise nicht ersetzen. Wenn die von Emotionen getragene ‚Massenjustiz‘ das Parlament beherrscht, bleibt nicht die klare Präventionsmaßnahme, sondern nur die Hexenjagd auf Unternehmen und vorübergehende Beruhigung der öffentlichen Meinung. Das Parlament sollte ein Ort sein, der Tränen abwischt, aber vor allem die strukturellen Ursachen, die zu den Tränen führen, kalt analysiert und durch Gesetze löst. Man muss sich bewusst sein, dass in einer Anhörung, in der emotionale Aufstachelung die Vernunft lähmt, keine echten Lösungen gefunden werden können.