Ein kosmischer Räuber, der in der Zeit eingefroren ist – oder so scheint es! In diesem atemberaubenden Nahaufnahme, aufgenommen von der Dark Energy Camera am Víctor M. Blanco 4-Meter-Teleskop am Cerro Tololo Inter-American Observatory (CTIO/NOIRLab), schwebt der dunkle, staubige kometarische Globule CG 4 – mit dem Spitznamen "Gottes Hand" – wie ein monströses, klaffendes Maul, die Kiefer weit geöffnet, als ob er die schlanke, kantige Spiralgalaxie ESO 257-19 (auch bekannt als PGC 21338) ganz verschlucken möchte. Die Illusion ist perfekt: Der schattenhafte "Kopf" (ein dichter Knoten aus Gas und Staub, der etwa 1,5 Lichtjahre groß ist) und sein nachfolgender, schwacher Schwanz, der sich über etwa 8 Lichtjahre erstreckt, scheinen bereit zu sein, die wehrlose Galaxie direkt am "Mund" zu verschlingen. Es ist pure kosmische Dramatik – eine gespenstische Hand, die sich über das Nichts erstreckt, bereit, ein entferntes Inseluniversum zu verschlingen. Aber hier ist die verblüffende Wahrheit: Das ist pure Perspektivtrickserei. CG 4 lauert viel näher bei uns in der Milchstraße, etwa 1.300 Lichtjahre entfernt im Sternbild Puppis, eingebettet im riesigen Gum-Nebel. Die kantige Spiralgalaxie ESO 257-19? Sie ist ein völlig anderes Wesen, das mit mehr als 100 Millionen Lichtjahren Entfernung dahinfliegt – ein Hintergrundriese, der in einer äußerst glücklichen Sichtlinienausrichtung mit dem Vordergrundglobule gefangen ist. Hier findet kein interstellarer Snackangriff statt; sie sind durch unvorstellbare 4 selbst ist ein faszinierendes Relikt: ein Bok-Globule, das durch heftige ultraviolette Strahlung und stellare Winde von nahegelegenen heißen, massiven Sternen in seine unheimliche kometarische Form geformt wurde. Diese Kräfte reißen leichtere Materialien ab und lassen den dichten Kern wie einen Schwanz abstehen – ein klassischer kometarischer Globule. Versteckt in diesem staubigen Kopf könnten die Samen zukünftiger Sterne sein, die leise unter ihrer eigenen Schwerkraft kollabieren. Dieses atemberaubende Bild ist nicht nur Augenschmaus – es ist eine Erinnerung daran, wie Tiefe und zufällige Ausrichtung einige der surrealsten optischen Illusionen des Universums schaffen. Was wie bevorstehendes kosmisches Gemetzel aussieht, sind tatsächlich zwei nicht verwandte Objekte, die durch riesige Epochen des Raums getrennt sind, perfekt in unserer Sicht übereinandergelegt. Eine schöne Lüge, erzählt durch Licht und CTIO/NOIRLab/DOE/NSF/AURA; Bildbearbeitung: T.A. Rector (University of Alaska Anchorage), D. de Martin & M.