"Memoryflation" weckt Bedenken über Produktionsstörungen in der Automobilindustrie Das Phänomen der "Memoryflation" (ein Kofferwort aus Speicherhalbleiter und Inflation) – bei dem steigende Speicherpreise die Kosten für Fertigwaren in die Höhe treiben – verlagert seine Auswirkungen von den PC- und Smartphone-Märkten hin zur Automobilindustrie. Neben den zunehmenden Kostendruck gibt es wachsende Bedenken hinsichtlich möglicher Produktionsstörungen, falls der Mangel an Automobilspeicher sich verschärft. Dieser Trend wird voraussichtlich die reinen Elektrofahrzeug (EV) Hersteller stärker treffen als traditionelle Automobilhersteller. Laut Branchenquellen sagte William Li, CEO des chinesischen EV-Herstellers NIO, auf einer kürzlichen Konferenz am 7. des Monats: "Der größte Kostendruck für die Automobilindustrie in diesem Jahr sind nicht die Rohstoffe, sondern die Speicherhalbleiter, deren Preise verrückt gestiegen sind." Er fügte hinzu: "Preiserhöhungen bei Speicher könnten im Laufe des Jahres massiven Kostendruck auf Fahrzeuge ausüben." Laut einem aktuellen Bericht zur Automobilindustrie von Barclays stieg der Preis für DDR4 DRAM, der hauptsächlich in Fahrzeugen verwendet wird, im Januar im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 1.845%. Dieser Wandel wird hauptsächlich von den globalen "Big 3" Speicherherstellern – Samsung Electronics, SK Hynix und Micron – vorangetrieben, die ihre Produktionskapazitäten auf High Bandwidth Memory (HBM) und andere AI-Server-Chips konzentrieren. Da die Produktion auf diese hochpreisigen Halbleiter konzentriert wird, sinkt das Angebot an relativ günstigem Automobilspeicher drastisch. Die europäische Investmentbank UBS sagte voraus, dass "der Anstieg der Preise für Automobilspeicher und die Engpässe im zweiten Quartal ernsthaft beginnen werden." Marktdynamik und Kostenimpact Der Markt für Automobilspeicher wird in diesem Jahr auf 16,29 Milliarden US-Dollar geschätzt und macht weniger als 5% des gesamten Speichermarktes aus. Da Automobilspeicher preiswert ist, aber hohe Sicherheitsstandards und lange Entwicklungszyklen erfordert, wird er oft als "niedrigmarginal" innerhalb der Halbleiterindustrie betrachtet. Analysen deuten darauf hin, dass der Anstieg der Preise für Automobilspeicher eine größere Belastung für EV- und autonom fahrende Unternehmen wie Tesla und Rivian darstellen wird als für Hersteller von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor (ICE). Der Unterschied in den Anforderungen an Halbleiter ist deutlich: - ICE-Fahrzeuge: ~200 Chips - Elektrofahrzeuge (EVs): ~1.000 Chips - Autonome Fahrzeuge: ~2.000+ Chips Barclays prognostizierte, dass im schlimmsten Fall die DRAM-Kosten für hochpreisige EVs um 500% in die Höhe schnellen könnten, von 200 US-Dollar auf 1.200 US-Dollar pro Fahrzeug.