Stell dir ein kosmisches Ungeheuer vor, das so kolossal ist, dass es ganze Galaxien in den Schatten stellt: Astronomen haben gerade Porphyrion enthüllt, das gigantischste Paar von Schwarzen-Loch-Jets, das je entdeckt wurde – es erstreckt sich über erstaunliche 23 Millionen Lichtjahre von Spitze zu Spitze! Das entspricht der Anordnung von 140 Milchstraßengalaxien hintereinander oder ungefähr 140 Mal dem Durchmesser unserer Heimatgalaxie. Diese beiden Ströme aus magnetisiertem Plasma brechen aus einem supermassiven Schwarzen Loch hervor, das in einer fernen, massiven Galaxie (etwa 10× so groß wie die Milchstraße) lauert, die sich etwa 7,5 Milliarden Lichtjahre entfernt befindet – zu einer Zeit, als das Universum weniger als halb so alt war wie heute.Entdeckt dank des LOFAR-Radioteleskops in Europa (ideal, um schwache, niederfrequente Emissionen aus uraltem Plasma einzufangen), schießt Porphyrion weit über seine Wirtsgalaxie hinaus und dringt tief in das kosmische Netz selbst ein. Wir sprechen von Strukturen im Maßstab kosmischer Leerräume, die Energie in der Größenordnung von Billionen von Sonnen über Millionen von Jahren ausstoßen.Warum das die Köpfe zum Rauchen bringt: Schwarze-Loch-Jets sind nicht nur bloße Feuerwerke – sie sind kraftvolle Regulatoren des Universums. In diesem beispiellosen Maßstab fluten sie das intergalaktische Medium mit Wärme und Turbulenzen, ersticken die Sternentstehung in benachbarten Galaxien, verteilen Materie über weite Strecken und gestalten die großräumige Architektur des Kosmos. Theorien, die das Wachstum von Jets einst auf etwa 5 Millionen Lichtjahre aufgrund von Instabilitäten begrenzten; Porphyrion sprengt dieses Limit und deutet darauf hin, dass diese Ungeheuer in der frühen Phase des Universums sogar noch einflussreicher waren, als wir dachten – und dass viele weitere solcher Riesen wahrscheinlich da draußen lauern. (Künstlerische Darstellungen zeigen das epische Maß: winzige Wirtsgalaxie im Zentrum, Jets, die wie kosmische Suchscheinwerfer in die Dunkelheit strahlen.) Veröffentlicht in Nature (September 2024): Martijn S. S. L. Oei et al., „Schwarze-Loch-Jets im Maßstab des kosmischen Netzes.“ Entdeckt über LOFAR, mit Nachverfolgung von GMRT, DESI und mehr. Das Universum ist gerade viel wilder geworden.