Die April-("Bef liberation day") Zölle führten zu einem kurzen Wackeln an den Finanzmärkten. Die August-Zölle taten dies nicht – und das spiegelt sich in den Kapitalflussdaten in der BoP wider, die im dritten Quartal solide Anleihezuflüsse in die USA zeigen. 1/
Die Zahlungsbilanzdaten geben keine Details zu Hedging an – aber der gesamte Zufluss in US-Anleihen war ziemlich stabil mit einem jährlichen Tempo von 600-700 Milliarden Dollar. Und die (netto) Zuflüsse in US-Aktien waren ungewöhnlich stark (und Aktienzuflüsse sind typischerweise nicht abgesichert) 2/
In den letzten Quartalen gab es einen gewissen Wechsel von Staatsanleihen zu Unternehmensanleihen in den US-Daten. Und im dritten Quartal überstieg der Zufluss in Anleihen aller Art die Leistungsbilanz (die großen vierteljährlichen Schwankungen stammen aus der Pharma- und Goldbranche). 3/
Und die offiziellen Flüsse (von Zentralbanken und Staatsfonds, ungenau gemessen) waren im dritten Quartal schwach – mit Rückgängen bei den offiziellen Beständen sowohl von kurzfristigen Anleihen als auch von Bankforderungen 4/
Es gibt echte Messprobleme. Aber es gibt auch einfach keine großen offiziellen Ströme in den US-Daten im Moment. Der US-Exzeptionalismus kommt von der Bereitstellung außergewöhnlicher Renditen für private Investoren, nicht von renditeunempfindlichen Zuflüssen von Reservemanagern 5/
Das Fehlen offizieller Flüsse sollte keine totale Überraschung sein. Bei all dem Gerede über die Rolle des Dollars als Reservewährung* ist die wichtigste Tatsache, die man über Reserven wissen sollte, dass sie nicht wachsen ... 6/6 (*es wäre jetzt besser, von der globalen Rolle des Dollars zu sprechen)
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