Entgegen der Intuition wird die Beliebtheit von offensichtlich LLM-verfassten Absätzen nicht durch Menschen verursacht, die nicht bemerken, was sie sind. Die meisten Leser erkennen den Stil. Sie erkennen ihn sofort. Der Fehler besteht darin anzunehmen, dass diese Erkenntnis die Anziehungskraft untergräbt. In der Praxis verstärkt sie sie oft. Es gibt einen stillen Ego-Schub im Gedanken „Andere könnten getäuscht werden, aber ich sehe es“, kombiniert mit dem noch angenehmere Gedanken „und ich stimme im Grunde sowieso damit überein.“ Der Text schmeichelt dem Leser doppelt: einmal, weil er einfach ist, und einmal, weil er als einfach lesbar ist. Ein großer Teil der Anziehungskraft besteht also darin, dass diese Absätze einen Stil konvergieren, der für geringe soziale und kognitive Reibung optimiert ist, anstatt für Einsicht. Wie politische Signalisierung ist die Botschaft absichtlich fad, lesbar und vorhersehbar; diese offensichtliche Klarheit fungiert als Koordinationssignal. Wenn Inhalte so klingen, als ob „jeder schon irgendwie daran glaubt“, fühlt es sich sicher an, sie zu unterstützen, zu teilen oder damit übereinzustimmen, was wiederum ihre Sichtbarkeit verstärkt und rückblickend ihre Anziehungskraft bestätigt. Der sich selbst erfüllende Kreislauf besteht nicht darin, dass das Schreiben gut ist, sondern dass es maximal nicht bedrohlich ist. Kritisch ist, dass dieser Stil auch ego-schutzend ist. Der Leser kann denken „Ich hätte das selbst schreiben können“, was das Selbstbild bewahrt und gleichzeitig das Vergnügen der Anerkennung und Übereinstimmung gewährt. Im Gegensatz zu originellen oder scharfen Argumenten zwingt es nicht zu epistemischen Aktualisierungen, Statusverlust oder dem Eingeständnis, dass jemand anderes etwas gesehen hat, was man selbst nicht gesehen hat. In diesem Sinne gelingt es der LLM-Stil-Prosa nicht durch Lehren, sondern durch Minimierung der psychologischen Kosten der Zustimmung. Lassen Sie uns also weiter in dieses Thema eintauchen – nicht, weil die Erklärung besonders mysteriös ist, sondern weil eine genauere Untersuchung aufschlussreich sein kann. Auf einer breiteren Ebene spiegelt es vertraute Dynamiken wider, wie Informationen verbreitet werden, wie Konsens stabilisiert wird und wie Menschen zu Ideen gravitieren, die sowohl offensichtlich als auch bestätigend erscheinen. Durch die Erkundung dieser Muster können wir besser verstehen, warum dieser Stil funktioniert, wofür er optimiert ist und was er im Prozess leise verdrängt.