Jeder will neue Institutionen, aber niemand weiß, wie man sie schafft. Großer Aufsatz von @tobyshorin. Einige kurze Gedanken: TL;DR: Man kann Institutionen nicht direkt aufbauen; man muss zuerst "soziale Formen" prototypisieren. Soziale Formen → Kulturen → Institutionen. Für mich ist das eine neue Perspektive, um zu verstehen, was in Popup-Städten und neuen Gemeinschaftsprojekten passiert. Wichtige Punkte aus dem Aufsatz unten. Unterscheidung zwischen sozialen Formen und Institutionen Soziale Formen sind Dinge wie Dinnerpartys, Buchclubs, Designkritiken, Retreats. Sie sind freiwillige Vorlagen für Interaktionen, die "Spiele", die eine Kultur zu spielen weiß. Institutionen sind Dinge wie Ehe, Universitäten, Banken. Sie sind soziale Formen, die in Gesetze und Macht kristallisiert wurden; tragende Infrastruktur für die Gesellschaft. Man kann nicht einfach neue Institutionen "bauen", weil sie definitionsgemäß verankert sind. Aber man kann soziale Formen prototypisieren, die schließlich neue Institutionen werden oder hervorbringen könnten. Beispiel: Aufklärungssalons Aufklärungssalons im Frankreich des 18. Jahrhunderts waren eine soziale Form: Menschen versammelten sich in Wohnzimmern, um neuartige Ideen zu diskutieren. Sie waren eine Vorlage für Interaktionen, die sich verbreitete; sie waren keine Institutionen. Aber aus diesen Salons entstanden Netzwerke, Kulturen, neue Denkweisen. Und diese Kulturen reshaped schließlich Regierungen, Universitäten und die moderne Demokratie selbst. Die Salons wurden keine Institutionen. Sie schufen die kulturellen Bedingungen, damit neue Institutionen später entstehen konnten. Ich denke, das ist die zentrale Erkenntnis hier. Warum Neuheit wichtig ist (das ist der Teil, den ich am interessantesten finde) Wenn Menschen in eine neue soziale Form eintreten, haben sie kein Skript. Jeder weiß, wie man sich bei einer Hochzeit, bei einem Arbeitstreffen oder bei einem Kaffeekränzchen verhält. Das sind gelöste Spiele; man kommt bereits mit dem Wissen, wie man sich zu verhalten hat. ...