„Kann ich mein Baby zum Vorstellungsgespräch mitbringen?“ Die Nachricht kam um 23 Uhr: „Hallo, ich habe morgen um 14 Uhr ein Vorstellungsgespräch bei Ihnen. Meine Kinderbetreuung ist ausgefallen. Kann ich mein 8 Monate altes Baby mitbringen? Ich verstehe, wenn Sie das Gespräch verschieben müssen.“ Der alte Ich hätte das Gespräch verschoben. Unprofessionell. Ablenkung. Warnsignal. Das neue Ich antwortete: „Absolut. Bis morgen.“ Sie kam mit ihrem Baby auf der Hüfte. Sie entschuldigte sich dreimal, bevor sie sich überhaupt hingesetzt hatte. Zehn Minuten später begann das Baby zu weinen. Sie versuchte, es zu beruhigen, während sie Fragen beantwortete. Sie entschuldigte sich erneut. Ich stoppte das Vorstellungsgespräch und sagte: „Hey. Du managst ein quängelndes Baby, beantwortest komplexe Fragen und bleibst ruhig unter Druck. Das ist buchstäblich der Job. Mit Chaos umgehen und dabei professionell bleiben. Du beweist bereits, dass du es kannst.“ Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Wir haben sie eingestellt. Sie ist jetzt seit einem Jahr bei uns. Das zuverlässigste Teammitglied, das wir haben. ...