Ein Killerlächeln von der Sonne! Schau nach oben (wenn du dich traust): Die Sonne hat gerade das gruseligste Grinsen im Kosmos gezeigt, und das Solar Dynamics Observatory von NASA hat es auf frischer Tat ertappt. Diese fröhlichen „Augen“ und das breite, zahnige Lächeln? Sie sind nicht freundlich. Es sind koronale Löcher: massive dunkle Flecken im extremen ultravioletten Licht, wo das Magnetfeld der Sonne wie eine Falltür weit aufreißt. Aus diesen klaffenden Leeren schreit der super-schnelle Sonnenwind mit Geschwindigkeiten von bis zu 800 km/s (doppelt so schnell wie das normale Zeug) ins All. Warum so dunkel und gruselig? Diese Regionen sind kühler und viel weniger dicht als das brennende Plasma um sie herum. Anstelle der üblichen magnetischen Schleifen, die heißes Gas in der Nähe der Oberfläche einfangen, schießen die Feldlinien hier direkt ins Nichts und kommen nie zurück. Denk daran, dass die Sonne absichtlich ihren Zorn in Hochgeschwindigkeitsströmen ablädt. Koronale Löcher kommen und gehen mit dem launischen 11-Jahres-Zyklus der Sonne. Im Moment, während wir auf das Sonnenmaximum zusteuern, ziehen sie sich wie Bösewichte, die im Schatten planen, zu den Polen zurück. Nachdem die Sonne ihre gesamte magnetische Persönlichkeit umgekehrt hat (ja, die Pole kehren sich buchstäblich um), werden die Löcher wieder aus den Polen herauskriechen und sich erneut in Richtung Äquator bewegen. Süß aus 93 Millionen Meilen Entfernung. Nicht so süß, wenn dieser Sonnenwind auf die Erde trifft. Er kann Satelliten braten, GPS durcheinanderbringen, Funkkommunikation ausfallen lassen und sogar Stromnetze überlasten. Also, das nächste Mal, wenn die Sonne dich anlächelt… vielleicht lächelst du nicht zurück.