Mehr Kontext bedeutet nicht bessere Agenten. Der aktuelle Ansatz zur Agentenspeicherung ist die Transkriptwiedergabe, bei der jede vergangene Interaktion zum Prompt hinzugefügt wird. Mehr Geschichte, mehr Informationen, bessere Entscheidungen. Die Alternative ist die abrufbasierte Speicherung, bei der vergangene Interaktionen extern gespeichert und relevante Artefakte pro Runde abgerufen werden. Obwohl beide Ansätze bis zu einem gewissen Grad effektiv sind, scheitern sie, wenn die Interaktionen zunehmen. Die Transkriptwiedergabe führt zu unbegrenztem Kontextwachstum, verringert die Aufmerksamkeitsselektivität und lässt frühe Fehler durch wiederholte Exposition bestehen. Der Abruf optimiert die semantische Ähnlichkeit, nicht die Entscheidungsrelevanz, und Auswahlfehler häufen sich über die Runden hinweg. Dieses neue Papier stellt den Agent Cognitive Compressor (ACC) vor, einen bioinspirierten Gedächtniskontroller, der die Transkriptwiedergabe durch einen begrenzten internen Zustand ersetzt, der bei jeder Runde online aktualisiert wird. Was Agenten brauchen, ist nicht mehr Kontext, sondern eine bessere Gedächtniskontrolle. ACC erhält einen komprimierten kognitiven Zustand (CCS), eine schema-gesteuerte Darstellung, die nur entscheidungsrelevante Variablen enthält: Ziele, Einschränkungen, Entitäten, Beziehungen und Unsicherheitszeichen. Bei jeder Runde ruft ACC Kandidatenartefakte ab, filtert sie durch ein Qualifikationsgate und verpflichtet nur das, was in den nächsten Zustand übergeht. Entscheidend ist, dass ACC den Abruf von Artefakten von der Verpflichtung des Zustands trennt. Abgerufene Inhalte können den nächsten Zustand nur durch schema-konstraintierte Kompression beeinflussen. Dies verhindert, dass unbestätigte Inhalte zu persistentem Gedächtnis werden. In 600 Live-Bewertungen (30.000 Runden), die IT-Operationen, Cybersecurity-Reaktionen und Gesundheitsarbeitsabläufe umspannten, hielt ACC ein begrenztes Gedächtnis aufrecht, während die Transkriptwiedergabe linear wuchs. ACC erreichte nahezu null Halluzinations- und Driftquoten über 50-Runden-Episoden, während Basis- und Abrufagenten nach Stressrunden zunehmende Fehler zeigten. Der Abrufagent musste den Abruf auf nur 3 Artefakte pro Runde beschränken, um die Drifteskalation zu begrenzen. Selbst dann verursachten Auswahlfehler Instabilität. Multi-Turn-Agentenfehler werden weniger durch fehlendes Wissen als durch schwache Gedächtniskontrolle verursacht. Kognitive Kompression bietet eine praktische Grundlage für zuverlässige Langzeitagenten. Papier: ...