Eine neu veröffentlichte Studie hat ergeben, dass pronatalistische Politiken nur dann wirkungsvoll sind, wenn sie von der Kultur unterstützt werden. "Mutterschaftsleistungen erhöhten die Fertilität nur bei Frauen, die in religiösen Familien in den baltischen Staaten aufgewachsen sind." Das könnte erklären, warum viele pronatalistische Politiken die Fertilität nicht stärker gesteigert haben. 🧵
1982 gab es eine große Erweiterung der Kindergeldleistungen in Estland, Lettland und Litauen, einschließlich Lohnleistungen für den Mutterschaftsurlaub, einer Barzahlung bei Geburt und 18 Monaten Arbeitsplatzschutz. Fünf osteuropäische Länder mit vergleichbaren Wirtschaftssystemen erhielten diese Leistungen nicht. 2/5
Die Studie ergab: "Unter Frauen, die in religiösen Haushalten aufgewachsen sind, stieg die Fruchtbarkeit um statistisch signifikante 5,7 Prozentpunkte, was einem Anstieg von 46,3 % entspricht." Inzwischen gab es "keine Veränderung der Fruchtbarkeit bei Frauen, die nicht in religiösen Haushalten aufgewachsen sind." 3/5
Diese Studie legt mehrere Dinge nahe. Erstens können die Erwartungen der Familie früh, oft in der Kindheit, festgelegt werden. Zweitens und am wichtigsten, pronatale Politik funktioniert nicht gut im Vakuum. Pronatale Politik beruht auf kulturellen Anreizen für die Familienabsicht - ohne diese schlägt sie fehl. 4/5
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