Alysa Liu hat gerade olympisches Gold gewonnen. Sie trat mit 16 Jahren zurück. War traumatisiert von dem Sport. Wollte sich nicht mehr in die Nähe einer Eisbahn begeben. Und hat gerade auf der größten Bühne der Welt eine Karrierebestleistung abgeliefert. Es ist die packendste Comeback-Geschichte im Sport gerade. Mit 13 war Liu die jüngste US-Meisterin aller Zeiten. Mit 16 belegte sie den 6. Platz bei den Olympischen Spielen. Sie war ein Wunderkind, dem gesagt wurde, was sie essen, was sie tragen, zu welcher Musik sie skaten und wann sie trainieren sollte. Sie lebte allein in einem Wohnheim im Olympischen Trainingszentrum. Und sie war unglücklich. "Die Eisbahn war viel zu lange mein Zuhause... Und ich hatte keine Wahl," Also gab sie auf. Sie hatte etwas Essentielles verloren: das Gefühl, dass irgendetwas davon ihr gehörte. Sie hatte keine Autonomie. Also ging sie in die andere Richtung. Sie ging nach Nepal. Wanderte zum Basislager des Everest. Holte ihren Führerschein. Färbte sich die Haare. Besuchte die Universität. Sie lebte ihr Leben. Wie Liu es ausdrückte: „Aufzugeben war definitiv, und ist bis heute, eine meiner besten Entscheidungen überhaupt.“ Sie baute eine Identität auf, die nicht nur mit dem Eis verbunden war. Sie fand heraus, wer sie als Mensch war. Dann, Anfang 2024, ging sie Skifahren und fühlte etwas, das sie seit zwei Jahren nicht mehr gefühlt hatte: einen Adrenalinschub. Wenn Skifahren sich so anfühlt, wie würde sich dann das Eiskunstlaufen anfühlen? Sie ging zu einer öffentlichen Sitzung. Landete sofort einen doppelten Axel und einen dreifachen Salchow. Zwei Wochen später war sie zurück, aber diesmal auf ihren eigenen Bedingungen. ...