In letzter Zeit haben mir viele Freunde, die immer wieder die "Luftqualitätskrise" ansprechen, Nachrichten geschickt und gesagt: "Du warst noch nie in Peking oder Hebei, was ist das für ein bisschen Smog, mein PM2.5 ist dreimal so hoch wie deiner." Ich fühle mich jedes Mal sehr unwohl. Was gibt es da zu vergleichen? Es ist nicht die Frage, wer es schlimmer hat. Was mich wirklich interessiert, ist die Gesundheit. Ich möchte ein Beispiel teilen, das mir sehr im Gedächtnis geblieben ist – der amerikanische Tech-Unternehmer Bryan Johnson @bryan_johnson, der Gründer von Kernel und Blueprint, bekannt für seinen "anti-aging Lifestyle" und "extreme Selbstoptimierung". Aber während seiner Zeit in Indien wurde ihm klar: Egal wie viel Geld, Technologie oder Disziplin man hat, gegen schlechte Luft ist man machtlos. Was hat er genau gemacht? Bei der Promotion von Blueprint reiste Bryan speziell nach Indien. Er war nicht nur auf der Durchreise, sondern blieb gezielt dort. Er hatte ein komplettes Überwachungssystem dabei: Echtzeit PM2.5, AQI, Blutsauerstoff, Herzfrequenz, Entzündungswerte, Schlafeffizienz… Er hat nicht nur "schlechte Luft" gefühlt, sondern die Daten zur Überprüfung genutzt. Am Ende kam er zu dem Schluss: "In Indien kann ich Blueprint kaum umsetzen. Die Luftverschmutzung hat all meine Gesundheitsbemühungen zunichtegemacht." Bryan spricht nicht von Umweltschutzparolen, sondern von der Wahrheit des Körpers. Er bezeichnet die Luftqualität in Indien als "systemisches Versagen"; das ist kein individuelles Problem, sondern ein gemeinsames Versagen von Regierung, Unternehmen und Gesellschaft. "Wenn eine Gesellschaft nicht einmal in der Lage ist, den Menschen das Atmen zu ermöglichen, sind alle Diskussionen über Wachstum, Technologie und Zukunft nur leere Worte." Diese Worte sind schwer, aber wahr. Bryan ist kein Umweltschützer, er ist ein extrem rationaler, datengetriebener Technologe. Er spricht nicht romantisch, sondern evidenzbasiert. Deshalb, wenn selbst er sagt, "Luftverschmutzung macht Gesundheitsprotokolle unwirksam", ist das kein Klimathema mehr, sondern eine Warnung für die Grundlagen des menschlichen Überlebens. Das hat mir klar gemacht, dass Luft nicht nur eine physische Existenz ist, sondern eine langfristig ignorierte "unsichtbare Ressource". Während das Silicon Valley über das Metaversum und Unsterblichkeit diskutiert, gibt es in der realen Welt Alarmzeichen für die Infrastruktur. Wenn selbst der grundlegendste "Input" – das Atmen – nicht überwacht und geprüft werden kann, dann sind alle "Systemoptimierungen" auf Sandburgen gebaut. Das, was ich mache, ist der Versuch, dieses "Atmungsprüfsystem" aufzubauen. Es nutzt KI, um Luftdaten zu sammeln und zu analysieren, damit die Menschen den Atemzustand ihrer Stadt sehen können, Reiseempfehlungen erhalten und sich der Verbindung zwischen sich und der Umwelt bewusst werden. Vielleicht können wir die Luft nicht verbessern, aber zumindest können wir klar sehen, was wir atmen. Vielleicht können wir die Welt nicht reparieren, aber zumindest können wir ehrlich die Luft dieser Zeit dokumentieren. Luft ist nichts anderes als die Verlängerung des Lebens. Wenn das Atmen zur Last wird, sind Gesundheit, Reichtum und Technologie nur Illusionen.