Nein, das James-Webb-Weltraumteleskop hat keine Stadtlichter auf einem fernen Planeten entdeckt. Diese aufregende Geschichte, die besagt, dass JWST sichtbare "Stadtlichter" auf einem Exoplaneten entdeckt hat – komplett mit Hinweisen auf fortschrittliche Zivilisationen, künstliche Strukturen und einem potenziellen neuen Erde – ist nicht wahr. Es handelt sich um einen hartnäckigen viralen Scherz/Misinterpretation, der seit Jahren zirkuliert und oft durch Clickbait-YouTube-Videos, irreführende Blogbeiträge und soziale Medien verstärkt wird. Die Realität ist: Eine solche Entdeckung wurde von NASA, ESA oder einem glaubwürdigen Astronomieteam nicht angekündigt. Offizielle JWST-Updates konzentrieren sich auf echte Durchbrüche wie atmosphärische Zusammensetzungen (z. B. kohlenstoffreiche Ungeheuer um Pulsare), direkte Abbildungen von Gasriesen, Auroren auf abtrünnigen Welten oder potenzielle Biosignaturen in fernen Atmosphären – aber nichts, was mit künstlicher Beleuchtung oder Technosignaturen wie Stadtlichtern zu tun hat. Die Fähigkeiten von JWST dafür sind bestenfalls theoretisch. Studien (die bis ins Jahr 2021 zurückreichen) haben untersucht, ob JWST künstliche Lichter auf einem sehr nahen Exoplaneten wie Proxima Centauri b (nur 4,2 Lichtjahre entfernt) unter extrem optimistischen Annahmen erkennen könnte: massive LED-ähnliche Beleuchtung, die einen signifikanten Teil der Nachtseite abdeckt, photon-limitierte Präzision und ideale Beobachtungsbedingungen. Selbst dann würde es ein schwaches Überschusssignal in Lichtkurven erkennen – keine scharfen Bilder leuchtender Städte. Für weiter entfernte Planeten (Hunderte oder Tausende von Lichtjahren) ist es mit der aktuellen Technologie effektiv unmöglich. Einzelne Stadtlichter oder Muster bleiben weit außerhalb der Reichweite; zukünftige Mega-Teleskope wie LUVOIR könnten näher kommen, aber wir sind noch nicht so weit. Die Behauptung verdreht oft alte Arbeiten oder Hype. Virale Geschichten lesen häufig theoretische Machbarkeitsstudien (z. B. zur Beleuchtung der Nachtseite von Proxima b) als tatsächliche Entdeckungen falsch. Einige Versionen erfinden Planeten wie "X7b" in unplausiblen Entfernungen (z. B. 7–11 Billionen Meilen, was immer noch innerhalb der äußeren Ränder unseres Sonnensystems liegt) oder recyceln widerlegte Fälschungen von 2024–2025. Faktenprüfungen von Quellen wie USA Today, Reddit-Astronomie-Communities und Wissenschaftsseiten kennzeichnen diese konsequent als falsch. Was JWST getan hat, ist schon beeindruckend genug. Es hat zitronenförmige Exoplaneten, die um Pulsare kreisen und das Potenzial für Diamantenregen haben, frei schwebende abtrünnige Welten mit wilden Auroren und Silikatwolken, Super-Erden in habitablen Zonen mit faszinierenden Atmosphären und mehr enthüllt. Diese erweitern die Grenzen der Planetenwissenschaft, ohne dass Aliens nötig sind, um sie spannend zu machen. Das Universum ist riesig und geheimnisvoll, und die Suche nach Technosignaturen (wie künstlichen Lichtern, industrieller Verschmutzung oder Radiosignalen) geht durch SETI und zukünftige Missionen weiter. Aber sensationelle Behauptungen über "historische" Stadtlichtentdeckungen sind verfrüht – und derzeit reine Fiktion. Wenn jemals echte Beweise für extraterrestrische Technologie auftauchen, werden sie aus peer-reviewed Artikeln und offiziellen NASA/ESA-Veröffentlichungen stammen, nicht aus viralen Shorts. Bis dahin sollten wir die echten Wunder genießen, die JWST jeden Tag enthüllt.