Nachdenken darüber, warum wir digitale Kunstpraktiken benötigen. Digitale Kunst erweitert die historische Rolle der Kunst als eine Form des kritischen Sehens. So wie die Fotografie einst Maler dazu zwang, die Darstellung neu zu überdenken, und Video die Zeitlichkeit neu definierte, zeigt digitale Kunst, wie Informationssysteme beeinflussen, was gesehen und gewusst werden kann. Der Zweck der digitalen Arbeit besteht nicht darin, die Realität zu simulieren, sondern in die Architekturen der Mediation einzugreifen, die nun die Realität selbst konstituieren. Mit anderen Worten, digitale Kunst fungiert sowohl als Spiegel als auch als Sonde; sie spiegelt die Infrastrukturen wider, die uns prägen, und testet die Grenzen unserer Handlungsfähigkeit innerhalb dieser.