Das Gehirn einer Fruchtfliege ist gerade in einem Computer erwacht. Eon Systems hat 125.000 Neuronen und 50 Millionen synaptische Verbindungen aus Elektronenmikroskopie-Daten kopiert, sie in eine MuJoCo-Physik-Simulation eingefügt, und die Fliege ging, pflegte sich und fraß mit 95% Verhaltensgenauigkeit. Keine Trainingsdaten. Kein Gradientenabstieg. Reine Konnektom-Dynamik. Die natürliche Frage: Wann machen wir das mit einem menschlichen Gehirn? Das FlyWire-Konnektom benötigte 10 Jahre und Hunderte von Wissenschaftlern aus Princeton, Cambridge, Janelia und Google, um produziert zu werden. 7.000 dünne Schnitte eines einzigen weiblichen Fliegengehirns, mit Elektronenmikroskopie abgebildet, von KI annotiert und dann von Menschen Korrektur gelesen. Das waren 139.255 Neuronen. Ein Mäusegehirn hat 70 Millionen Neuronen. Der Wellcome Trust schätzte 2023, dass die Kartierung des Mäuse-Konnektoms allein für die Bildgebung 200-300 Millionen Dollar kosten würde, plus 7-21 Milliarden Dollar für die menschliche Korrektur. Zwanzig Elektronenmikroskope, die fünf Jahre lang kontinuierlich laufen. Siebzehn Jahre Gesamtarbeit. Das BRAINS CONNECT-Projekt der NIH zielt darauf ab, bis 2028 ein Dreißigstel eines Mäusegehirns zu scannen. Ein menschliches Gehirn hat 86 Milliarden Neuronen, die durch 100 Billionen Synapsen verbunden sind. Die Kosten pro Neuron für die Rekonstruktion des Konnektoms sind seit der ersten C. elegans-Karte von 1986 gesunken. Aber um ein ganzes menschliches Gehirn-Konnektom wirtschaftlich rentabel zu machen, müssen die Kosten auf 0,01 Dollar pro Neuron sinken. Für Mäuse müssen sie 10 Dollar erreichen. Die aktuelle Korrektur für Nagetiere liegt bei etwa 1.000 Dollar pro Neuron. Also der tatsächliche Skalierungsweg: Fliege (erledigt) → Maus (geschätzte 1 Milliarde Dollar+, Zeitrahmen von über einem Jahrzehnt) → Mensch (derzeit unmöglich zu jedem Preis). Eon hat bewiesen, dass die Struktur des Konnektoms allein Verhalten erzeugen kann. Das ist ein tiefgreifendes Ergebnis. Die Simulationsseite skaliert mit der Rechenleistung. Die Bildgebungsseite skaliert mit Mikroskop-Stunden und Doktoranden. Und diese Lücke wird nur größer.