Über 【Alltagsgepflogenheiten】 Höflichkeit und ein Gefühl für Grenzen sollten nicht nur im Umgang mit Fremden gelten, sondern auch zwischen mir und meiner Mutter war das schon immer so. Meine Eltern haben mich von klein auf nie wie ein Kind behandelt, das man hinters Licht führen kann, sie hatten nie eine herablassende Haltung mir gegenüber und haben mich in meinem Verhalten und Auftreten stets respektiert. Die emotionale Ausdrucksweise ist sehr klar. Im alltäglichen Austausch in der Familie sagt man immer „Danke, das ist nett von dir“, egal was man von dem anderen möchte. Wenn es etwas Gutes oder Schlechtes zu teilen gibt, hört man: „Das ist beeindruckend/Das war anstrengend/Es tut mir leid für dich.“ Selbst wenn es zu einem Streit kommt, entschuldigen wir uns gegenseitig und sagen „Ich liebe dich, es tut mir leid Tochter/Es tut mir leid Mama.“ Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der es nie kalte Gewalt gab, und dachte immer, das sei die Norm in engen Beziehungen. In unserer Familie haben wir auch immer klar zwischen Geld- und Vermögensangelegenheiten unterschieden, mit dem Grundsatz „Echte Brüder rechnen klar ab“, und alles wird offen besprochen, was geliehen ist und was geschenkt wird. Wenn es um Ausgaben geht, die ich tätigen muss, wird das für mich berechnet. Wenn ich meiner Mutter Geld leihe, führt sie Buch darüber, dass sie mir etwas schuldet. Wenn es nicht dringend ist, kann sie mir etwas anderes als Rückzahlung anbieten, und wenn sie es jetzt braucht, kann sie es mir sofort in Bargeld zurückgeben. Als ich in die Gesellschaft hinausging, stellte ich fest, dass gegenseitiger Respekt ziemlich selten ist. Zum Beispiel, wenn du zwei Mahlzeiten für jemanden bezahlst und ihn zwei Mal „Chef“ nennst, fängt er an, dich auszunutzen und denkt, du solltest immer einladen; Wenn ich ihm ein paar Komplimente mache, denkt er, er kann mir auf die Nase herumtanzen; Wenn ich als Nachfolger höflich zu einem Vorgänger bin, fängt er an, herablassend zu sein; Wenn ich einem Mitarbeiter, dem ich geholfen habe, helfe, denkt er, er kann immer auf mich zählen, um Entscheidungen zu treffen oder Geld zu verdienen. … Deshalb denke ich immer, egal ob Freunde oder Partner, die grundlegendste Grenze ist immer gegenseitiger Respekt, gut miteinander zu reden und ehrlich zu kommunizieren. Behandle die Person, die du für nahestehend hältst, nicht leichtfertig, nur weil ihr euch gut kennt. Das ist die grundlegendste Bildung eines Menschen.