Im Jahr 1964, als Qian Xuesen an der Entwicklung der Dongfeng-2-Rakete arbeitete, stellte er fest, dass die Reichweite nicht ausreichte, und fast alle schlugen vor, mehr Treibstoff hinzuzufügen. Doch ein junger Mann stand auf und sagte: „Wir dürfen nichts hinzufügen, nicht einen Tropfen! Außerdem müssen wir 600 kg Treibstoff reduzieren.“ Als diese Worte fielen, herrschte im Raum große Aufregung, aber Qian Lao fiel sofort in Gedanken. Dieser junge Mann hieß Wang Yongzhi, war damals erst 29 Jahre alt und ein frischgebackener Leutnant, der gerade von der Moskauer Luftfahrtakademie graduierte. Inmitten einer Gruppe erfahrener Experten war er der absolute „Nachwuchs“, und niemand hätte gedacht, dass er es wagen würde, die allgemeine Meinung öffentlich zu widersprechen. „Die Reichweite reicht nicht aus und wir sollen den Treibstoff reduzieren? Ist das nicht verrückt!“ rief jemand und schlug auf den Tisch. Andere schüttelten den Kopf und diskutierten, dass der junge Mann nicht wisse, wie hoch die Herausforderungen in der Raketenentwicklung seien. Wang Yongzhi wurde rot im Gesicht, hielt aber fest an seinen Berechnungen fest. Er wusste, dass die Vorschläge der anderen zwar vernünftig schienen, aber in eine Sackgasse führten – der Treibstofftank war bereits voll, es gab keinen Platz für zusätzlichen Treibstoff. Wichtiger war, dass er es unzählige Male berechnet hatte. Die hohen Temperaturen am Startplatz Jiuquan würden die Dichte des Treibstoffs verändern, und überschüssiger Treibstoff würde nur das Gewicht der Rakete erhöhen, was die Geschwindigkeit verringern und die Reichweite verkürzen würde. Als er die Zweifel der anderen sah, biss Wang Yongzhi die Zähne zusammen. Er wusste, dass er in der Sitzung keine Ergebnisse erzielen würde, also umging er die Menge und suchte direkt den höchsten technischen Entscheidungsträger vor Ort, Qian Xuesen. Zu diesem Zeitpunkt war Qian Xuesen über die Raketenpläne nachdenklich und auf dem Tisch lag ein dicker Stapel Berechnungsblätter. Nachdem er Wang Yongzhis Worte gehört hatte, unterbrach er ihn nicht, sondern nahm das Berechnungsblatt entgegen und überprüfte es Zeile für Zeile sorgfältig. Nach etwa zehn Minuten hob Qian Xuesen plötzlich den Kopf, und seine Augen funkelten. Er schlug auf den Tisch und befahl dem Chefdesigner neben ihm: „Wir handeln nach Wang Yongzhis Vorschlag! Organisieren Sie sofort die Freisetzung von 600 Kilogramm Alkohol!“ Diese Entscheidung schockierte die Anwesenden erneut, aber Qian Laos Autorität war unbestritten, und alle mussten gehorchen. Die Mitarbeiter arbeiteten vorsichtig und gaben das vorgeschriebene Gewicht des Treibstoffs präzise ab. Am 29. Juni 1964 zündete die Dongfeng-2-Rakete in Jiuquan und hob ab. Das Dröhnen durchbrach den Himmel über der Gobi, die Rakete flog auf dem vorgesehenen Kurs und traf schließlich das Ziel präzise. Im Kontrollraum brach sofort Jubel aus, die Wissenschaftler umarmten sich und weinten. Wang Yongzhi stand in der Ecke und sah sich das Spektakel an, seine Augen wurden heimlich feucht. Später fragte jemand Qian Xuesen, warum er den Vorschlag eines jungen Mannes glaubte. Qian Lao lächelte und sagte: „Wissenschaft kennt keine Hierarchie, sondern nur die Wahrheit. Seine Berechnungen sind logisch und präzise, das ist vertrauenswürdig.“ Dieses Ereignis wurde zum Wendepunkt im Leben von Wang Yongzhi. Später empfahl Qian Xuesen ihn als Chefdesigner der Dongfeng-5 und empfahl ihn, die Verantwortung für das bemannte Raumfahrtprogramm zu übernehmen. Der damalige junge Leutnant wuchs schließlich zum ersten Chefdesigner des chinesischen bemannten Raumfahrtprogramms heran. Der Erfolg der Dongfeng-2 war nicht nur der Sieg einer Rakete, sondern verbarg auch das Geheimnis der chinesischen Raumfahrt: den Mut, Konventionen zu durchbrechen, und den Respekt vor der Wahrheit, unabhängig von der Hierarchie. Wie es heißt: Helden kommen nicht von irgendwoher, Weisheit kennt kein Alter. Jeder Schritt im Raumfahrtprogramm ist das Ergebnis von Wahrheit, die Erfahrung besiegt, und Mut, der Fesseln durchbricht.