Zugbegleiter Serkan C. wurde totgeschlagen, weil er prüfte, ob ein Zugreisender einen gültigen Fahrschein hat. Als Reaktion hat die Bahn zum 01.03. geändert, dass Personen, die „eskalieren könnten“, nicht mehr nach einem Identitätsnachweis gefragt werden dürfen. Bei potenziell eskalierenden Menschen wird das Ticket demnach nicht mehr auf Gültigkeit geprüft. Solltest du „ungefährlich aussehen“, wirst du weiterhin kontrolliert und als Schwarzfahrer aufgenommen. Und keinem scheint aufzufallen, dass „Wir kontrollieren deine Fahrkarte nur, wenn wir keine Angst vor dir haben, sonst ist es okay und fahr einfach schwarz“ der völlig falsche Weg ist. Das Prinzip gibt es im Einzelhandel schon länger: Mein Kumpel leitet einen großen EDEKA. Sein Personal soll Diebstähle beobachten und die Personen ansprechen. Problem: Viele Diebe werden sehr aggressiv und lassen sich von Kassiererinnen weder ansprechen noch stoppen. Das Personal ist daher angewiesen, bei potenziell aggressiven Menschen nicht einzugreifen, ihnen nicht in den Weg zu treten und niemals hinterherzugehen. Das heißt: Klaut Oma Renate ein Stück Butter und wird dabei beobachtet, kommt das volle Programm inklusive Strafanzeige – bedingungslos. Klaut ein Mann mit sichtbar aggressiven Bewegungen Vodka und Pralinen, steht niemand auf. Es erfolgt auch keine Anzeige mehr, weil diese zu 100 % aussichtslos sind und keine Konsequenzen haben.