Gestern habe ich am Amsterdamer Bahnhof etwas Unglaubliches erlebt. Ein dicker und lauter amerikanischer Tourist versuchte, eine Wasserflasche für 4,50 € zu kaufen. Er warf einen 5-€-Schein auf die Theke und wollte weggehen. "Behalte das Wechselgeld, Mann", sagte er mit einem typischen nervigen kalifornischen Akzent. "Wir machen hier keine Trinkgelder. Das ist nicht Amerika", antwortete die Kassiererin. Der Amerikaner versuchte erneut zu gehen, aber zum Glück blockierte die Sicherheit den Ausgang. "Sie haben keinen Beleg für steuerliche Zwecke erhalten." "Was?" Der Filialleiter erschien mit einem Formular. "Haben Sie versucht, unserer Kassiererin zusätzliches Geld zu geben?" "Das ist nicht gemeldetes Einkommen. Er muss es jetzt deklarieren. Sozialbeiträge zahlen. Nach Steuern sind das 0,24 €" Der Amerikaner war baff. "Alter, aber in den USA—" "In den USA betteln die Arbeiter um Trinkgelder, weil sie unterbezahlt sind. Hier zahlen wir existenzsichernde Löhne", unterbrach ihn der Manager schnell. Sie zwangen ihn, seine 0,50 € zurückzunehmen, und reichten schnell einen Vorfallbericht wegen "versuchter Steuerumgehung" ein. ...