Seit der Krise zwischen China und Japan flieht das Risikokapital beschleunigt ins Ausland, und der Yen hat sich gegenüber dem Dollar von 153 passiv auf etwa 157 abgewertet. Gleichzeitig hat Besent in der Öffentlichkeit immer wieder betont, dass Japan eine Zinserhöhung benötigt, fast so, als würde er die Bank von Japan mit seinen Worten „unter Druck setzen“. Während des Wahlkampfs hat sich Takashi Sato stets als treuer Nachfolger der „Abenomics“ inszeniert und sich klar auf die Seite der extremen Geldpolitik gestellt, indem er dafür plädiert hat, die Wirtschaft weiterhin durch niedrige Zinsen und eine lockere Fiskalpolitik zu stützen. Der Markt erwartete ursprünglich, dass sie, sobald sie an die Macht kommt, die Zentralbank dazu drängen würde, die Zinserhöhungen stark zu begrenzen und die „Zögerlichkeit“ der Ära Kuroda-Ueda fortzusetzen. Traditionell wurde 155 als psychologische Grenze angesehen, an der das japanische Finanzministerium in den Devisenmarkt eingreift. Doch die Wechselkursbewegungen in dieser Abwärtsbewegung haben bereits einen Hauch von „außer Kontrolle“ angenommen – wenn das Risikokapital mit den Füßen abstimmt, muss die Bank von Japan zwischen zwei Optionen wählen: Entweder die Devisenreserven nutzen, um den Markt direkt zu destabilisieren und den Wechselkurs gewaltsam zurückzuziehen; oder sich entscheiden, die Zinsen zu erhöhen, um einen Teil des Kapitals in Japan zu halten und die Abwanderung zu stoppen. Der „Liquiditätsvakuum“-Zeitraum um den Erntedankfest hat Japan hingegen ein relativ ideales Handlungsfenster gegeben: In einer Zeit, in der die Märkte in den USA und Europa halb geschlossen sind und die Handelsaktivität gering ist, ist es einfacher, den Yen von 157–158 auf 150–152 zurückzuziehen und den Markt wieder das Gefühl zu geben, dass „jemand im Hintergrund ist“. Strukturell betrachtet ist diese Abwertung des Yen nicht nur eine einfache Wechselkursbewegung, sondern eine mehrfache Auswirkung auf die japanische Industrie, Geopolitik und Sicherheitslage: 1. Wettbewerb um Exporte nach China Der Yen hat sich von 110 auf über 150 abgewertet, was objektiv bedeutet: Der Fabrikpreis eines japanischen Produkts in Dollar wurde um 30 % reduziert. Japan konkurriert in vielen Bereichen der mittel- bis hochpreisigen Fertigung direkt mit China, und jetzt, mit einem so großen Wechselkursrabatt, sind japanische Produkte auf dem internationalen Markt günstiger als chinesische Waren, was einen echten Druck auf die chinesischen Exporte ausübt. Es ist nicht verwunderlich, dass einige diese Abwertung des Yen als ein „Wettbewerbsinstrument auf Kosten des Nachbarn“ interpretieren – in einem globalen Markt mit begrenzter Nachfrage, wer durch Abwertung Aufträge gewinnt, verdrängt die Anteile anderer. 2. Zwingt den Renminbi, passiv zu folgen, und verstärkt den Druck auf den Kapitalabfluss aus China Wenn der Yen so abwertet, würde der Renminbi, wenn er stark bleibt, bei den Exportpreisen noch mehr verlieren; aber wenn der Renminbi ebenfalls deutlich abwertet, würde dies den Effekt der „günstigen Verkäufe“ inländischer Vermögenswerte verstärken und die Haushalte und Unternehmen dazu anregen, schneller ins Ausland zu investieren, was den Druck auf den Kapitalabfluss erhöht. Daher ist die Abwertung des Yen für China sowohl ein Wettbewerb auf der Handelsseite als auch ein „Drucktest“ auf der Kapitalseite. 3. Japans eigene „Ressourcenfluch“: Die Nebenwirkungen der Abwertung Das Problem ist, dass Japan keine ressourcenselbstversorgende Wirtschaft ist, sondern eine hochgradig importabhängige Insel: Energie muss importiert werden – der Großteil von Öl, Erdgas und Kohle kommt aus dem Ausland; Lebensmittel müssen importiert werden – die Selbstversorgungsrate ist niedrig, und die Abhängigkeit von wichtigen Grundnahrungsmitteln ist nicht gering; Sicherheit muss ebenfalls importiert werden – der Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern, F-35-Kampfflugzeugen und verschiedenen Verteidigungssystemen aus den USA muss in Dollar abgerechnet werden. Wenn der Yen von 110 auf 150 und weiter abwertet, steigen alle in Dollar bewerteten Dinge für Japan im Preis. Auf dem Papier sieht das Militärbudget jedes Jahr nach einer Erhöhung aus, aber in Dollar umgerechnet könnte die Menge an Waffen und Energie, die gekauft werden kann, immer geringer werden – das ist ein typisches Beispiel für „nominales Wachstum, aber substanzielle Schrumpfung“. Daher liegt das wahre Dilemma Japans jetzt hier: Wenn es weiterhin an den extrem niedrigen Zinsen festhält und der Yen auf 160 oder sogar 170 abwertet, sieht es so aus, als ob die Exportwettbewerbsfähigkeit gestärkt wird, aber die Kaufkraft für Importe wird erheblich erodiert, und Energie und Rüstung werden durch den Wechselkurs eingeschränkt – ➜ Das Ergebnis ist: Die Militärbudgets steigen, aber man kann keinen Abnutzungskrieg führen....